Jugendliche flüstert Freundin etwas ins Ohr

Finnland-Reise des Jungen Kammerorchesters

Finnland-Reise des Jungen Kammerorchesters

Ein Reisebericht der Finnland-Reise des Jungen Kammerorchesters der Musikschule Bremen vom 19. bis 30. März 2026

Von Martin Lentz (Dirgent und Gesamtleitung)

Das Projekt des Jungen Kammerorchesters und des Frauen-Chores der Musikschule Bremen als Kooperation mit dem Palmgren-Konservatorium und insbesondere dem Chor „Sävelsirkut“ sowie dem Mädchenchor des Gymnasiums von Turku war auch für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Noch nie habe ich in einem Auslandsprojekt so generationsübergreifend gearbeitet. Es war schon auch ein Wagnis, die Erwachsenen des Frauenchores auf einen „Jugendaustausch“ mitzunehmen. Im Nachgang können wir sagen, dass es auch dank der hervorragenden musikalischen und inhaltlichen Vorbereitung und Unterstützung durch meine Kollegin Annette Dummer dieses Wagnis zu einem Erfolg geworden ist, an dem natürlich auch die sehr entspannten Jugendlichen einen großen Anteil hatten.

Im Folgenden sind jeweils ein Reisebericht aus Sicht des Jungen Kammerorchesters und des Chores zu lesen.

Von Nika Perplies, Viola

19.03.2026 Es ging endlich los! Die erste Gruppe hat sich um 22 Uhr in Bremen-Burg getroffen uns schon einmal die „Bremen-Norder“ eingeladen - wir anderen sind dann um 23:00 Uhr am Lidl-Parkplatz in Walle mit unsere Sachen in den Bus gestiegen. Wir waren alle sehr gespannt auf die Reise und hatten gute Laune. Die erste Etappe führte uns nach Puttgarden, wo sie Fähre nach Dänemark übersetzt. Mehr schlafend als wach verbrachten wir die 45minütige Überfahrt irgendwo und irgendwie an Bord. Kurz vor der zweiten Fähre wartete dann unser zweiter Busfahrer ausgeschlafen auf unsere Ankunft. Michael sollte uns nun die ganze weitere Strecke fahren – zunächst zur Fähre nach Helsingborg (Schweden) und dann die fast 600 km nach Stockholm!

20.03.2026 Nach einigen Stunden Halbschlaf im Bus und einer Rast an einer Burgruine in Schweden hatten wir ein paar Stunden Zeit, in Stockholm etwas zu unternehmen. Das Wetter war gut und es war schön, nach der langen Busfahrt mal zu laufen. Anschließend haben wir uns wieder am Fährhafen getroffen und sind dann auf die Fähre gegangen. Dort gab es zum Abendessen ein richtig leckeres Buffet. Auf dem Deck haben wir später sogar Nordlichter gesehen.

21.03.2026 Am Morgen sind wir dann in Turku, Finnland angekommen und weiter nach Pori gefahren. Dort wurden wir von unseren finnischen Partnern begrüßt und unsere Sachen in die Aula der Steiner-Schule geräumt. Dies war nun also unser Schlaf-, Aufenthalts-, Party- und manchmal auch Probenraum! Nach einem Frühstück haben wir für die erste Probe aufgebaut. In der ersten Probenhälfte haben wir mit dem Mädchenchor „Sävelsirkut“ geprobt. Die haben das total gut gemacht und es war wirklich schön, mit ihnen zu musizieren – und einige von ihnen auch schonmal kennenzulernen. Nach dem Mittagessen haben wir am Stabat Mater mit zwei Solistinnen des Palmgren-Konservatoriums geprobt. Das war auch richtig toll und hat es sehr viel Freude bereitet. Am Abend haben wir uns noch unterhalten und sind dann schlafen gegangen.

22.03.2026 Am Sonntagmorgen sind wir nach dem Frühstück direkt zum Konzertsaal gegangen, in dem das Jubiläumskonzert von Sävelsirkut stattfinden sollte. Dort haben wir dann noch einmal alle Stücke gespielt und hatten anschließend das erste Konzert, in dem noch weitere Chöre aufgetreten sind. Die anderen Chöre haben richtig toll gesungen und es war schön, sich das anzuhören. In der zweiten Hälfte haben wir dann gemeinsam mit dem Kinderchor gespielt und das hat weiterhin viel Spaß gemacht. Den Abend haben wir gemeinsam mit den Finnen bei Pizza und Tanzen ausklingen lassen.

23.03.2026 Am Montag sind wir nach dem Frühstück zum Palmgren-Konservatorium gegangen und haben dort eine spannende Führung durch die ganze Schule erhalten. Anschließend haben wir uns eine total moderne, schwedische Privatschule angeguckt und dort Mittag gegessen. Viele der Palmgrem-Schüler gehen hier zur Schule: Wir waren alle neidisch auf die tollen Räume und das Schulsystem und wollten nach Pori auswandern... Danach haben wir am Konservatorium mit dem Jugendorchester geprobt – hier haben mehr Jugendliche mitgespielt, als dann am Ende bei unseren gemeinsamen Konzerten. Die haben alle sehr schön gespielt und es hat uns gut gefallen. Anschließend hatten wir ein kleines, internes Konzert mit ihnen, bei dem wir sowohl ihre Stücke wie auch unser „Odessa“ gespielt haben. Nach dem Konzert gab es Snacks im Café und wir haben uns mit den Finnen richtig gut unterhalten. Sie waren total nett und offen.

24.03.2026 Am Dienstag sind wir weitergefahren nach Turku, haben dort in einer Schule zu Mittag gegessen. Später hatten wir eine Probe in der Kirche direkt gegenüber - gemeinsam mit dem Oberstufenchor der Schule. Der Chor hat unfassbar gut gesungen und wir hatten sehr viel Spaß dabei, mit ihnen zu proben und auch das folgende Konzert zu spielen. Nach dem Konzert sind wir in unsere Jugendherberge nach Salo gefahren, welche idyllisch im Wald lag. Dort gab es dann etwas zu essen und wir hatten Freizeit.

25.03.2026 Am Mittwoch sind wir dann zur Kirche nach Salo gefahren, in der wir gleich am Vormittag für unser nächstes Konzert aufgebaut und geprobt haben. Nach dem Mittagessen in der Schule, hatten wir ein kürzeres Konzert in der Kirche - nur für Schüler*innen der Schule. Am späten Nachmittag kam dann der Chor aus Turku an und wir haben noch einmal gemeinsam geprobt, um das Abendkonzert vorzubereiten. In der wunderschönen Kirche hat es wahnsinnig Spaß gebracht und es war toll, noch einmal mit den Sängerinnen aus Turku aufzutreten. Timo, der Chorleiter, ist seit vielen Jahren mit unserem Dirigenten Martin befreundet. Sie haben schon zu Studentenzeiten gemeinsame Finnisch-Deutsche Projekte auf die Beine gestellt und das merkte man sehr. Alles ging sehr einfach und gut! Zurück an der Jugendherberge haben wir uns noch unterhalten und sind dann schlafen gegangen.

26.03.2026 Der freie Tag! Am Donnerstag sind wir nach dem Frühstück nach Helsinki gefahren. Wir haben uns aufgeteilt und in ca. 3- bis 6er-Gruppen etwas unternommen. Die Stadt ist total schön und wir hatten eine tolle Zeit. Die Stimmung war gut und es war sehr entspannt. Am Abend konnten wir dann in die Sauna gehen und hatten Freizeit. Es war gut, auch mal wieder „unter uns“ zu sein...

27.03.2026 Am Freitag sind wir wieder zurück nach Pori gefahren. Dort haben wir dann ein Konzert für die Schülerinnen und Schüler der Steiner-Schule gegeben – als Dankeschön dafür, dass wir in der Aula schlafen und die ganze Schule in Beschlag nehmen durften! Anschließend haben wir im Palmgren-Konservatorium nochmals gemeinsam mit den Finnen für das Abschlusskonzert geprobt und sind dann abends nach dem Essen schlafen gegangen.

28.03.2026 Am Samstag sind wir nach dem Frühstück und Mittagessen nach Ahlainen zur Kirche unseres Abschlusskonzertes gefahren. Um 18:00 Uhr war das Konzert und es war wirklich schön. Nach dem Konzert haben wir uns alle umarmt und waren sehr gerührt von der Zeit, die wir hinter uns gebracht hatten. Nach dem Konzert sind wir zum Essen in ein Restaurant gefahren. Dort haben wir uns alle total nett unterhalten und es war schön, sich nochmal am letzten Abend auszutauschen, bevor es am nächsten morgen früh zurückging. Die Finnen haben uns noch den ganzen Abend begleitet! Zurück an der Steiner-Schule waren dann nur noch die zwei Finnen aus dem Konservatorium, welche bei uns mitgespielt hatten, und wir haben uns noch sehr lange unterhalten. Schlafen wollte sowieso niemand, denn wir mussten wegen der frühen Fährabfahrt nicht zur wahnsinnig früh aufstehen und packen, sondern haben durch die Zeitumstellung auch noch zusätzlich eine Stunde verloren...

29.03.2026 Am nächsten Morgen sind wir ganz früh zur Fähre losgefahren. Auf der Fähre haben wir alle noch geschlafen und uns dann zum Mittagessen beim Buffet getroffen. Nach Ankunft der Fähre sind wir sehr lange Bus gefahren und sind dann nachts wieder zweimal Fähre gefahren

30.03.2026 Am Montag sind wir ungefähr um 11 Uhr angekommen und haben unsere Sachen ausgeräumt und uns verabschiedet. Müde und glücklich. Was für eine Reise!

Von Sophie Schleinitz, Chor

Mit Begeisterung blicken wir auf eine außergewöhnliche und bereichernde Reise zurück, die uns als Chor nachhaltig geprägt hat. Gemeinsam mit dem Jungen Kammerorchester Bremen durften wir, ein Teil der Walladies (Frauenchor der Musikschule Bremen), ein internationales Musikprojekt erleben, das uns mit finnischen Musiker*innen in Pori, Turku, Salo und Ahlainen zusammenführte. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Proben und Konzerte, bei denen wir mit dem Jugendkammerorchester Bremen und mit Chören unterschiedlichsten Alters musizierten – von Kindern über Jugendliche und junge Erwachsene bis hin zu älteren Sänger*innen. Diese generationsübergreifende Zusammenarbeit war für uns etwas Besonderes: Sie zeigte eindrucksvoll, wie Musik Menschen verbindet, unabhängig von Alter, Herkunft oder Sprache. Neben dem intensiven musikalischen Austausch gab es zahlreiche weitere Höhepunkte, die diese Reise unvergesslich machten. Begegnungen auf Augenhöhe, gemeinsames Singen und Lachen, Volkstänze und natürlich Karaoke – ein beliebter Bestandteil finnischer Kultur – schufen eine besondere Nähe und Verbundenheit. Wir lernten uns kennen, besuchten das Palmgren-Konservatorium sowie eine liebevoll gestaltete Mumin-Ausstellung, erlebten traditionelle Saunagänge und genossen gemeinsame Mahlzeiten. Auch Ausflüge nach Helsinki und Reposaari sowie eine spontane gemeinsame Chorprobe mit einem weiteren finnischen Chor erweiterten unseren kulturellen Horizont. Was war diese Reise für uns? Sie war ein Kaleidoskop unvergesslicher Eindrücke: – Das Gefühl, beim Jubiläumskonzert der Chöre aus Pori Teil eines großen Ganzen zu sein. – Polarlichter während der Fährfahrt, die uns staunen ließen – Konzerte an wechselnden Orten, oft in wunderschönen kleinen Kirchen. – Die inspirierende Begegnung mit finnischen Musiker*innen – jung und alt. – Die beeindruckende Energie des Jugendorchesters. – Gemeinsames Karaoke und ausgelassenes Tanzen bei Kreis- und Volkstänzen. – Eis auf der Ostsee – ein Bild, das uns noch lange begleiten wird. – Und die Fährfahrt zwischen Turku und Stockholm durch die atemberaubenden Schären. Diese Reise war für uns weit mehr als ein musikalisches Projekt – sie war gelebter kultureller Austausch, ein intensives Gemeinschaftserlebnis und eine Quelle neuer Inspiration. Unser Wort der Woche bringt es auf den Punkt: „Laulu“ – das finnische Wort für Gesang, das für uns zum Symbol dieser besonderen Zeit geworden ist. Wir freuen uns sehr, Teil dieses Projektes gewesen zu sein.